Es war der Nebel

Am 4. Juli 1952 lag die kalifornische Küste in dichtem Nebel. Auf der Insel Catalina, 34 km westlich der Küste, watete eine Frau ins Wasser, um diese Strecke als erste weibliche Schwimmerin zu bewältigen. Florence Cadwick war nicht unbekannt. Sie hatte schon den Ärmelkanal in beiden Richtungen durchschwommen.
Aber an diesem Morgen war das Wasser kalt und der Nebel dicht. Sie konnte kaum die Begleitboote erkennen. Bisher hatte Cadwick noch niemals gegen die Ermüdung bei ihren Schwimmrekorden gekämpft, aber diesmal machte ihr die eisige Kälte zu schaffen.
Nach fünfzehn Stunden bat sie, steif vor Kälte, dass man sie aus dem Wasser holen sollte. Sie konnte nicht mehr.
Die Menschen auf dem Begleitboot munterten sie auf und versicherten ihr, dass die Küste nahe sei und sie nicht aufgeben sollte. Aber Cadwick sah nichts als Nebel. Sie wollte und konnte nicht mehr.
Stunden später, als ihr Körper sich erwärmt hatte, kam der Schock. Nur eine halbe Meile vor der Küste hatte sie sich aus dem Wasser fischen lassen.
„Warum konnten sie diese halbe Meile nicht mehr schwimmen?“, fragte ein Reporter und drückte damit die Frage von Millionen Zuschauern aus.
„Es war der Nebel“, antwortete sie. „Hätte ich das Land gesehen, ich hätte es geschafft. Man muss das Ziel sehen …“.